01.01. – 02.01.2023
Am Morgen habe ich uns schon mal ins Flugzeug eingecheckt. Den Tag über hat jeder bei sich gepackt, aufgeräumt und seine Sachen erledigt. Um 22 Uhr kam Sandro zurück zu mir. Mein Koffer sah so leer aus. Ich bin noch duschen gegangen, habe meinen Rauhnachtswunsch verbrannt und noch etwas am Handy gedaddelt.
Um 00.40 Uhr wollten wir eigentlich los, aber dann wurde uns angezeigt, dass unser Zug zum Flughafen ausfällt. Also mussten wir spontan umplanen und haben uns einen Uber gerufen, der uns ganz entspannt zum Flughafen gebracht hat.
Am Flughafen angekommen, mussten wir erstmal zum Terminal 2 laufen und haben uns dort zu den anderen Wartenden auf den Boden gesetzt. Sandro hat ne Serie geschaut und ich habe etwas geschlafen. Danach habe ich mich aber nicht wirklich wacher gefühlt. Gegen halb 4 Uhr morgens haben wir uns dann bei den Sicherheitskontrollen angestellt und ich musste noch meinen Tee vernichten…da er noch zu heiß war, musste ich ihn wegkippen. Nach der recht entspannten Kontrolle haben wir 30 Minuten gewartet, um zu erfahren, zu welchem Gate wir gehen müssen. Am Gate sind wir nochmal auf die Toilette gegangen, bevor es ins Flugzeug ging. Das ist dann 50 Minuten zu spät gestartet, weil die hinteren Türen sich nicht schließen ließen.
Während des Fluges hab ich ein wenig Schlaf nachgeholt. Als es hell war, dachte ich schneebedeckten Boden sehen zu können, obwohl es eher wellig wie der Meeresboden aussah, es waren aber Wolken! Das sah so toll aus! Und ein bisschen vom Sonnenaufgang haben wir sehen können.




Bei der Landung war es ziemlich neblig in Riga. Wir sind zum Bus gelaufen und mit der Nummer 22 einige Stationen gefahren und in den Bus Nummer 5 umgestiegen. Der fuhr mit Überleitungen, also mit Strom wie die Straßenbahnen, nur ohne Schienen. Cool. Anschließend sind wir nur noch 10 Minuten bis in unser Hotel Monika Centrum gelaufen. Total schönes Haus, von innen noch voll weihnachtlich überladen geschmückt. Wir haben 25 Minuten warten müssen, bis wir unser Zimmer beziehen konnten. Im Zimmer haben wir uns erstmal hingelegt und nochmal 3h geschlafen.




14 Uhr haben wir uns warm angezogen und sind los. Es hat geregnet. Wir sind ziellos Richtung Innenstadt gelaufen. Auf einer Brücke waren ziemlich viele Pfützen, schnelle Autos und ich hatte der Erkenntnis, dass meine Schuhe nicht wasserfest sind. Also sind wir runter von der Brücke und entlang des Flusses gelaufen. Dort sind wir Christopher begegnet, der der Legende nach den Grundstein für Riga legte.
Wir sind dann in die Altstadt gelaufen, haben die süßen Häuser bewundert, wurden von einem Hund aus dem Fenster beobachtet und suchten uns ein Restaurant. Und haben dann ein cooles und gemütliches auch gefunden, Karten gespielt und leckere Burger mit Hühnchen und Halloumi gegessen. Als Dessert gab es Käsekuchen und für mich Lavakuchen mit Vanilleeis.






Danach sind wir direkt zurück ins Hotel, da wir ziemlich nass und kalt vom Regen waren. Im Hotel habe ich die nassen Sachen aufgehängt. Tee trinken, warm duschen und ab ins Bett. Den Rauhnachtwunsch werde ich morgen in der Stadt verbrennen, das ging am Fenster so schlecht und ich wollte nicht den Feueralarm auslösen. Um 23 Uhr sind wir eingeschlafen.








03.01.2023
Sandro stand früh plötzlich schon angezogen im Zimmer, weil er Angst hatte, dass wir das Frühstück verpassen, wenn wir erst um 9.30 Uhr hingehen. Wir haben nicht verpasst. Im Gegenteil: Es gab sehr leckere Crepes! ❤
Gegen 11-12 Uhr sind wir dann endlich los Richtung Norden. Wir liefen an der Uni vorbei und an wunderschönen Häusern mit tollen blauen und roten Steinen, die direkt nebeneinander lagen. Auf der Karte gekennzeichnet als die Häuser im Jugendstil. Sind dann nach Gefühl Richtung Süden gelaufen. Sandro hat dann leider meinen Orientierungssinn gedemütigt…Naja, im Zentrum angekommen meinte Sandro, dass ich uns die ganze Zeit zum falschen Museum gelotst hatte. Also sind wir in das „Crumble Café“ gegangen. Das war super niedlich und gegenüber von einem hübschen Haus. Es gab für mich einen Chai Latte und warmen Schokoapfelkuchen und für Sandro einen Matcha Chai Latte und Käsekuchen mit Zitrone und Blaubeeren. Super lecker und cooles gemütliches Café! Können wir nur empfehlen bei einem Besuch in Riga!





Das Museum hatte danach leider nicht mehr auf. Also haben wir nach den „drei Brüdern“ gesucht. Das sind drei Häuser nebeneinander, die in verschiedenen Epochen gebaut worden sind. Und die Bremer Stadtmusikanten haben wir auch noch getroffen, weil Riga die Partnerstadt von Bremen ist und die Stadt Bremen der Stadt Riga eine Statue der Bremer Stadtmusikanten geschenkt hat. Finde es lustig, dass wir per Zufall nach Riga geflogen sind, wo wir letzten Sommer per Zufall in Bremen waren.
An einem verlassenen alten Haus habe ich dann versucht meinen Wunsch von gestern zu verbrennen. Das hat so scheiße geklappt, dass wir das jetzt nicht mehr hier machen. Es ist einfach zu windig. Das Haus war groß und echt schön. Wir würden das bewohnen. Gegenüber ein noch viel süßeres Haus!
Danach ging es zurück ins Hotel, Karten spielen, Youtube schauen, Essen ausfallen lassen und schlafen gehen.



04.01.2023
Um 9 Uhr gab es Frühstück, danach in Ruhe fertig gemacht und Rucksäcke gepackt. Halb 11 sind wir dann mit dem Bus zum Hauptbahnhof gefahren und haben dort für 8€ für uns beide zusammen ein Ticket für Hin und zurück gekauft. Dann mussten wir nur noch eine halbe Stunde überbrücken und sind um 11.30 Uhr mit dem Zug nach Tumas 1 gefahren. Der Zug sah von innen ziemlich oldschool aus und die Sitzbänke waren sehr unbequem. Eine Stunde lange sind wir durch die niedliche Dörfer gefahren bis nach Kemeri. Ein Nationalpark. Dort haben wir auch drei Österreicherinnen getroffen, die ebenfalls durchs Moor wandern wollten.
Wir sind durch das Kemeri Dorf und dann in einen Waldweg abgebogen. Die Östereicherinnen liefen vor uns und kamen uns irgendwann wieder entgegen. Wir dachten erst „das ging aber schnell“, haben aber später bemerkt, dass wir einen anderen als den direkten Weg eingeschlagen haben. Wir wollten den trotzdem weiter gehen, obwohl es viel länger dauern wird. Aber der ging so schön durch die Natur, es war überall grün, vereinzelt lag Schnee und Eis, viele Wasserpfützen, die sehr rot waren. Farbton wie Menstruationsblut. Man hört so viele Sachen: Vögel, Wind und vor allem gurgelndes Wasser. So schön!
Zwischendurch essen wir unseren geschmierten Brote und sind so happy, als wir den großen, eigentlichen Weg, erreichen und damit den Weg zurück zum Bahnhof einschlagen. Es wird dunkel und die Füße schmerzen hart. Als endlich endlich das Dorf auftaucht, scheint es nicht mehr weit zu sein. Ich gehe schneller und wir schaffen es noch rechtzeitig, um um 17 Uhr den Zug zurück nach Riga nehmen zu können. Dann noch mit dem Bus vom Hauptbahnhof zurück zum Hotel und am Döner King einen Kebab für jeden von uns geholt.
Im Bett gegessen, Circus Halligalli geguckt, in der warmen Badewanne mit Lavinia telefoniert. Um 20 Uhr kam die Nachricht, dass Celine ihr Baby heute Abend bekommen hat. Alle sind gesund und wohlauf. ❤
Wir sind dann müde schlafen gegangen.














05.01.2023
Nach dem Frühstück um 9 Uhr lagen wir noch ne Weile im Zimmer rum. Gegen 12 Uhr sind wir nochmal los in die Innenstadt. Draußen lag eine dicke Schneeschicht. Es sah so toll aus!




Wir sind zum Museum der Stadtgeschichte und Schifffahrt. Die war zwar echt interessant aufgebaut, aber verständlicher Inhalt hat mir gefehlt, der die verschiedenen Dinge etc erklärt. Es gab einen Führer, der einen durch die einzelnen Räume geleitet hat, der hat aber lediglich die einzelnen Dinge benannt ohne Zusammenhänge zu zeigen.. Danach ging es direkt weiter zum Schifffahrtsmuseum, wo die verschiedenen Schiffe ganz genau nachgebaut wurden in Miniatur. Ich konnte sie sehr detailreich fotografieren und erinnere mich an Fluch der Karibik.







Danach sind wir nochmal ins Crumble Cake Café gegangen. Diesmal saßen wir an einem anderen Platz. Wir konnten uns aufwärmen, warmen Apfelkuchen essen und einen Chai Latte trinken. Danach ging es Richtung Hauptbahnhof zum Zentralmarkt. Dort einmal durchlaufen und drei Klementinen gekauft. Ansonsten war nichts da von besonderem Interesse. Ab zurück in die Innenstadt und die älteste Bar Rigas mit tradiotionell lettischer Küche auf die Liste der möglichen Abendessen gesetzt. Vorher sind wir noch ein bisschen durch die Straßen getinggelt und in einen Laden für Souveniers. Dort hab ich erst zwischen einem Hund und einem klassischen Teddy hin- und herüberlegt und mich dann für einen kleinen rostrot gestrickten Fuchs entschieden, als kleines Mitbringsel und Kuscheltier für Celines Baby. Und Sandro hat sich eine schön große Tasse gegönnt.



Anschließend sind wir weiter zum möglichen zweiten Restaurant gelaufen, welches ich bereits am ersten Abend gesehen hatte. Weil wir keine Lust hatten, noch einmal durch die Eisenskälte bis zur ältesten Bar Rigas zu laufen, haben wir uns für dieses Restaurant entschieden, was die beste Wahl überhaupt war! Es war ein authentisches mittelalterliches Restaurant. Ein Kellergewölbe, Rüstungen standen herum, Waffen und Felle hängten an den Wänden und die Stühle und Tische waren groß und globig, aber mit bunten Decken und Kissen bepolstert.
Als Vorspeise gab es Fingerfood, weil das im Mittelalter üblich war, mit den Händen zu essen: Ich hatte Kartoffelchips mit Dip, Sandro Knoblauchbrot mit Knoblauchdip. Sehr lecker! Danach kam für Sandro Fleisch und für mich eine Kürbissuppe, die ich nicht ganz geschafft habe. Sandro fragte den Kellner, ob sie denn hier auch Hexen bedienen, weil ich doch rothaarig bin und das im Mittelalter ja nicht so gern gesehen wurde. Der Kellner hat daraufhin direkt etwas Weihraucht entzündet und durch den Raum gewedelt. Außerdem hat Sandro leckeres Schwarzbier getrunken und das Geschirr war aus schwarzem gebrannten Lehm. Sehr authentisch halt. Zwischendurch habe ich mich bei Sandro in der Kunst des Handlesens geübt.
Anschließend sind wir nur noch zurück ins Hotel, haben die Koffer gepackt und sind schlafen gegangen.






06.01.2023
Früh haben wir aus dem Hotel ausgecheckt, uns von Riga verabschiedet und sind zum Flughafen gefahren mit dem Bus. In dem konnten wir dann zum ersten Mal auch ein Ticket kaufen und wurden auch promt kontrolliert. Hat sich alos nochmal gelohnt. Am Flughafen ging es dann relativ schnell, sodass wir vor dem Gate entspannt warten konnten. Beim Abflug hatten wir nochmal eine schöne Aussicht auf Riga.
Leider habe ich von diesem Tag keine Tagebuchaufzeichnungen mehr. Aber wir sind gut zuhause angekommen und haben den Urlaub sehr genossen.



