Mikroabenteuer in der sächsischen Schweiz

Wir schreiben das Jahr 2019. Im April. Ein kleiner Teil einer großen Sippe macht sich bereit für eine Wanderung ins sächsische Schweizerland. Bepackt mit Rucksäcken und gut gerüstet mit allerlei Proviant brechen sie auf nach Hohenstein. Da die Uhr schon zur späten Stunde geschlagen hat, konnten sie nicht mehr mit dem krassen Pferd* zum Startpunkt reiten.

In Hohenstein angekommen, macht sich die kleine Gruppe von 7 Zwergen und 4 Hobbits auf den Weg zur Brandbaude. Mehrere Stunden steigen sie steile Berge hinauf und straffe Anstiege herab. Schließlich geht auch noch die Sonne unter und sie werden allein vom Licht des Mondes geleitet. Manchmal ist der Wald so dicht, dass es ohne Leuchten absolut dunkel ist und an manchen Stellen reicht das pure Mondlicht als Wegbeleuchtung aus.
Am späten Abend um kurz vor Mitternacht erreichen wir die Brandbaude. Von der tollen Aussicht ist um diese Zeit nichts zu erkennen, dafür aber umso besser der Vollmond, der auf uns heraub schaut. Wir packen unsere Rucksäcke aus und genießen den Mitternachtssnack mit Erdnussriegeln, Saft, Radler, Bier, Knäckebrot und anderen kleinen Leckerein. Schließlich können wir unsere Schlafplätze aussuchen und unsere Schlafnischen aufrichten.

Am nächsten Morgen werden wir alle sehr liebevoll von den Hobbits geweckt und aus den Schlafsäcken geschüttelt. Die Bewohner der Brandbaude haben für uns ein herrliches Frühstück vorbereitet, bei dem wir endlich die tolle Aussicht auf das sächsische Schweizerland genießen können. Nach der ersten Stärkung des Tages und der ausgiebigen Beobachtung der Aussicht auf Lilienstein, Königstein und ein Zipfelchen Bastei und Kurort Rathen, müssen wir unser Nachtlager zusammen räumen und wieder aufbrechen. Die Karte führt uns über noch mehr Höhen und Tiefen. Zwischendurch standen wir vor einem Fluss, den es zu durchqueren galt. Während die Mehrheit der Gruppe weiter gingen um eine noch geeignetere Stelle zum Durchqueren zu suchen, fanden ich und einer der Hobbitshäuptlingen bereits eine gute Stelle um auf die andere Seite zugelangen. Das Wasser war eisig und die Strömung zart. Erleichtert und ohne ins Wasser gefallen zu sein, erreichte ich die andere Seite des Flusses. Leider musste ich dort feststellen, dass mich der Weg nun durch ein Brennesselfeld führt. Barfuß. Während ich am Anfang noch darauf achtete, wo ich hintrat, dachte ich mir später, dass es nun auch egal wäre und ging einfach los, ohne darauf zu achten wohin ich trat. Später bereute ich es. Bereue es immer noch. Meine Füße brennen und jucken noch immer und später hab ich mich zu allem Übel auch noch einmal rein gekniet in einen Brennesselstrauch. Während die Sonne hoch zum Himmel stieg, badeten die zwei mutigsten Zwerge in dem Eisfluss, bis ein Parkwächter kam und uns des Platzes verwies. Wusstet ihr, dass das hier ein Nationalpark ist und man in der Kernzone die Wege nicht verlassen durfte? Tja, wir hatten das in dem Moment irgendwie vergessen…Nett, dass wir noch einmal darauf hingewiesen wurden. Auf unserem weiteren Weg begegneten wir noch einem Hundepärchen namens „Monty“ und „Python“. Jedenfalls gaben wir dem zweiten Tier seinen Namen, das hätte ja super gepasst.
Nach Stunden der Wanderung erreichten wir endlich Rathen. Die kleine Stadt an der Elbe war voll mit Menschen, überall hingen kleine Ostereier an den Bäumen und Sträuchern und wir hielten an der Kreuzung zur Bastei. Doch da tropfte einigen bereits das Wasser aus dem Mund, denn der kleinen Laden an der Kreuzung versprach Eis…. Nach der kleinen Erfrischung entschieden die Hobbithäuptlinge, dass es zeitlich besser wäre, ein anderes Mal den Weg zur Bastei einzuschlagen. So folgten wir wieder dem Wanderweg zum grünen Strich durch den Amselgrund. Nach einem gewaltigen Bergauf gelangten wir schließlich an den Hockstein. Von da aus konnte man schon Hohenstein sehen. Nur leider lag da noch ein Tal dazwischen. Nachdem wir im Schatten der Bäume etwas Kraft getankt hatten, wagten wir den Abstieg durch die Wolfsschlucht. Entlang einer schmalen Treppe und sehr engen und hohen Felswänden erreichten wir schließlich unser Ziel. Naja fast. Wir waren erst im Tal. Aber die beiden Oberhobbits erklärten sich bereit, allein weiterzureisen, um unsere Wägen zu holen. Die Kleineren Mitglieder der Gruppe waren schon recht müde und die Hitze machte einem auch ziemlich zu schaffen! Ich nutze die Gelegenheit um mich ins Gras und in die Sonne zu legen und den Blick in den Himmel zu genießen.

Als endlich die Oberhobbits mit den Wagen ankamen, führen wir zurück nach Hause, wo es sich jeder gemütlich gemacht hat, bevor wir gemeinsam noch das Entainment von Pierre Richard und Richard Departdieu genaßen. Der Obelixschauspieler in seinen jungen Jahren! Nach diesem lustigen Abend und dem wunderschönen und anstrengenden Tag, haben wir alle sicher gut in unseren eigenen Betten wieder genächtigt.

Und heute? Heute habe ich Muskelkater in den Waden ohne Ende. Und nen eingeklemmten Nerv. Aber ich will mich ja nicht beklagen. Haha und warum ich das heute so seltsam geschrieben habe? Naja, wir waren zwar keine dreizehn Zwerge, ein Hobbit und ein Zauberer, aber so ähnlich hat es sich schon angefühlt. Vorallem, weil ich auch so einen schicken Stab dabei hatte….nur dass er im Verlauf des Weges immer kürzer geworden ist… Wir hatten die 6 jährige Sophie dabei, die es geschafft hat, die ganze Zeit zu reden ohne Pause und die sich immer ein neues Opfer ausgesucht hat, das sie in Grund und Boden geplappert hat. Deshalb weiß ich jetzt, welche die schlimmste Szene in Harry Potter ist. Die allerallerschlimmste und gruseligste, die, wo sich 8 und 12 Jährige die Augen zuhalten. In dieser Szene wird der Kuss von Harry und Ginny hautnah gezeigt. Definitv sehr sehr gruselig.

Meine Reise geht jetzt über die Osterfeiertage nochmal zur Oma. Heute waren wir shoppen, morgen genießen wir das schöne Wetter im Garten und am Mittwoch nächste Woche gehts dann wieder zurück nach Berlin für mich. Ab dann könnt ihr die restlichen Berlinabenteuer wieder auf http://www.gro3stadtlebenberlin.blog verfolgen.

 

Schöne Osterfeiertage und fröhliches Eiersuchen!

 

*Anspielung an den Schuh des Manitu, Kenner werden es verstehen


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