Als ich nach dem Seminar wieder Zuhause war, hatte ich 1-2 Tage Zeit meinen Rucksack neu zu bepacken, bin zurück nach Marseille gefahren und hab mit Stephen eine Nacht bei Clementine übernachtet, bis die große Reise endlich losging.
Und zwar am Mittwoch den 15. August 2018 früh mit dem Flixbus nach Bordeaux…
1. Halt: Bordeaux
Als wir am Nachmittag dort angekommen sind, mussten wir erst noch 40 Minuten bis zum Hostel laufen. Aber der erste Eindruck von Bordeaux war auf jeden Fall schon mal sehr sympatisch. Im Hostel angekommen wurden wir von einem Spanier begrüßt, der uns alles gezeigt hat.
Nach einer kleinen Pause sind wir nochmal in die Stadt zur Wasserspiegelfläche. Das war eine willkommene Abkühlung für meine Füße. Mein Highlight des Tages war dann, als Stephen von einem kleinen Kind absichtlich nass gespritzt wurde und es sich total tot gelacht hat. Anschließend sind wir einmal auf die andere Seite der Garonne geschlendert und haben dann auf dem Rückweg Baguette und Käse gegessen. Und da wollte Stephen doch ernsthaft das BaguettenIN DER MITTE teilen!!! Ich hab ihn eines Besseren belehrt und nun isst er Baguette vernüftig^^
Am Donnerstag sind wir dann früh um halb 11 zum Bahnhof gelaufen. Dort haben wir den Zug bis Arcachon genommen und von da ging es weiter mit dem Bus zur Dune du Pilat. Allerdings haben wir diese nur aus der Ferne gesehen und sind am offiziellen Badestrand ausgestiegen. Von der Haltestelle bis zum Strand sind wir eine Oma mit ihrem Enkel gefolgt, in der Hoffnung, sie kennt den Weg. Waren dann eine ganze Weile unterwegs, aber der Strand war schön groß und leer. Die Wellen waren riesig und das Wasser war einfach herrlich!
Wir hatten allerdings nicht sehr viel Zeit, da wir den letzten Zug um 19h22 nicht verpassen wollten. Tjaaa…wir haben den passenden Bus genommen und standen dann ne halbe Stunde im Stau…ich hab mega Panik bekommen, dass wir dann in Arcachon festsitzen. Aber wir haben noch einen Zug bekommen und waren gegen 21h zurück im Hostel…
Am Freitag hab ich früh erstmal fast das Frühstück verpennt. Nach dem wir unsere Zimmer geräumt haben, durften wir unser Gepäck dort abstellen und sind in die Stadt. Erst zu einer Kirche, dann durch den Jardin Public, an dem Palais Gallien vorbei Richtung Place de la Victoire und zurück zum Place de la Bourse – es war also ein ziemlich große Runde.
Im Hostel haben wir mit den anderen zusammen Abendbrot gegessen und uns mit zwei weiteren Deutschen unterhalten. Abends sind wir dann rüber zum Busbahnhof und haben nachts um 1 Uhr den Flixbus nach Paris genommen…
2. Halt: Paris
Um 8 Uhr sind wir in Paris angekommen und haben uns erstmal in ein kleines Café fürs Frühstück gesucht, bevor wir mit der Metro zu unserem Hostel am anderen Ende der Stadt gefahren sind. Dort haben wir erfahren, dass der Check-In erst ab 14 Uhr ist…also haben wir uns auf die Liegestühle der Terasse gechillt und dort die Zeit verplempert. Als wir dann endlich in unser 12-Bett-Zimmer durften, hab ich erstmal bis 19 Uhr Busschlafzeit nachgeholt. Danach sind wir nur noch zum Monoprix, haben uns was zu Essen gekauft und haben dann entspannt am Kanal gegessen.
Am ersten aktiven Tag in Paris war ich dann zusätzlich auch noch etwas mies gelaunt und traurig. Wir sind auf um 11 Uhr zur Sacre Coeur rüber gelaufen, haben dort gefrühstückt und dann schlug Stephen vor, dass wir uns einfach trennen, in 2h am Louvre treffen und vielleicht geht es mir ja danach wieder besser. Gesagt getan. Ich bin dann ein bisschen irgendwie durch die Straßen gelaufen und am Louvre ging es mir tatsächlich wieder gut. War dann auch ganz froh, dass ich nicht mehr alleine bin.
Im Louvre waren wir dann ganz ohne Anstehen innerhalb von 10 Minuten mit Taschenkontrolle und Ticketkauf. Das hatten wir beide noch ganz anders in Erinnerung^^ Aber wir beschweren uns nicht 😀 – waren dann in der Standardausstellung, war aber nicht so spektakulär, wie ich das noch in Erinnerung hatte^^ Danach sind wir in diesen Garten vorm Louvre, haben uns an eine Fontaine gesetzt, bisschen Enten gefüttert und ein Nickerchen hingelegt 😀
Anschließend ging es weiter entlang an der Seine zum Eiffelturm. Auf dem Weg musste ich mir unbedingt einen Bio-Crêpe kaufen. (Bio deshalb, damit mir keiner vorhalten kann, ich würde mich nur von ungesunden Crepes ernähren…)
Bei unserer Ankunft am Eifelturm hatte der schon Festbeleuchtung. Wir haben uns gegenüber auf die andere Seite gesetzt und auf den Beginn der „Lichtshow“ gewartet, die dann auch eher mau ausgefallen ist. Im Prinzip hat das Ding nur so stark geglitzert, als hätte gerade ein Einhhorn drauf gemacht…also auch nicht sehr spektakulär….Da war mein buntleuchtender Mini-Eiffelturm, den ich auf der Straße käuflich erworben habe, viel geiler ^^
Am 20. August haben wir früh ein wenig viel zu spät ausgecheckt und haben unsere Sachen weggeschlossen. Am Monoprix haben wir uns dann getrennt, weil Stephen unbedingt zur Notre Dame laufen wollte (er hat es später bereut!) und ich fauler Sack bin mit der Metro gefahren (ich hab später auch was bereut, aber sicherlich nicht das!). Dort hab ich, während ich auf Stephen gewartet habe, ein bisschen Souvenirs und Geschenke geshoppt und war Tee trinken.
Mit Stephen haben wir die Kirche ein wenig von außen bewundert und sind weiter in den Parc du Luxembourg. Dort haben wir den Schiffchen zugeschaut, die über das Wasser fuhren und von den Kindern immer wieder neu angestupst wurden. Zwischen den ganzen internationalen Flaggen an den Schiffen, war mein Favorit trotzdem immer noch das Piratenschiff!
Anschließend ging es weiter über die Champs Elysée zum Arc de Triompfe und ich konnte nicht am Louis Vitton vorbei, ohne vorher rein zu gehen und mich darüber lustig zu machen. Wir haben eine große große Box gefunden, die mit 23.000€ das teuerste im ganzen Laden war. Haben dann darüber gesponnen, was die Box können müsste, damit wir so viel Geld für sie ausgeben würden^^
Danach kam die Sache, die ich an dem Tag bereut habe: Wir sind vom Arc de Triompfe zurück zum Hostel zu fuß gelaufen…über zwei Stunden,. Aber zeitlich hat alles gepasst. Im Hostel haben wir noch einer kurzen Pause die wir unseren Füßen gegönnt haben, unsere Sachen geschnappt und sind in die Metro zum Parc Barcey.
Ok, ok, eigentlich kommt jetzt die Sache, über die ich mich am meisten ärgere….Ich hab mein Metroticket, nachdem ich durch die Schranke gegangen bin, weggeworfen und wurde an der nächsten Station kontrolliert. Der Kontrolleur war mega agressiv und ich musste 50€ zahlen, weil es ja wahrscheinlicher ist, dass ich mit meinem Rucksack über die lebensgroße Schranke gesprungen bin…Da war ich richtig sauer. Haben aber den nächsten Flixbus noch bekommen.
3. Halt: Strasbourg
Als wir dann am Dienstag früh in Strasbourg ankamen, war ich mega gut gelaunt.
Im Hostel durften wir zwar noch nicht einchecken, haben dann unsere Rucksäcke dort abgestellt, haben uns was zu Essen gekauft und uns in den Park um die Ecke gesetzt und dort ein bisschen gechillt und die Zeit gewartet.
Als wir dann endlich in unser Zimmer durften, war ich ein wenig enttäuscht. Das Bad des Privatzimmers hatte mehr Ähnlichkeit mit nem Flixbusklo, nur mit Dusche. Es war so winzig und passte auch gar nicht zum Rest, als wäre es spontan noch dran geklebt worden.
Naja wir waren so fertig von der Reise, dass wir die Indiana Jones Teile 1-3 durch geguckt haben.
Am Mittwoch haben wir uns dann dagegen entschieden nach Colmar zu fahren. Ich hatte mich mit meinen Finanzen ein wenig verrechnnet und stattdessen haben wir am Nachmittag lieber eine kleine Stadtrundfahrt mit der Bimmelbahn durch Straßburg gemacht. Am Abend hat dann wieder die Fanfare vor der Kirche gespielt, wo ich ewig zuhören konnte. Gegen 21 Uhr sind wir dann zurück zum Hotel und haben Backcamembert gegessen *_*
Donnerstag haben wir uns nach dem Check-Out in nen Park gesetz und sind dann weiter zum Busbahnhof getingelt. 16 Uhr haben wir dann den Ouibus genommen und die schlimmste Busfahrt meines Lebens hat begonnen…(Und ja, diese 15h waren schlimmer, als die 24h Marseille-Dresden-Fahrten!)…also jeder hat einen SItzplatz zugewiesen bekommen und der Busfahrer bestand darauf, dass jeder auf diesem zu sitzen hat. Allerdings war der Bus anders durchnummeriert. Also wurden schon sitzende Leute nochmal aufgescheucht, ich hab drei mal meinen Platz ändern müssen und saß schlussendlich ganz ganz hinten direkt in der Mitte. Beinfreiheit hatte ich genug und als der Typ neben mir ausgestiegen ist, konnte ich mich auch über drei Sitze legen, aber was anderes konnte ich auch nicht machen. Also außer Schlafen und Denken. Es gab weder Strom noch WLAN und mein Buch war zu fett und nicht mit im Urlaub dabei.
4. Halt: Nizza
7h30 waren wir dann endlich in Nizza. Vor der Reception unseres Hostels mussten wir dann noch bis 9 Uhr warten. Dort durften wir noch nicht einschecken. Natürlich. Wir haben unsere Sachen abgestellt und sind mit unserem Badezeug 5 Minuten bis zum STrand gelaufen. Sagenhaft blaues Wasser! Der Strand wiederum war sehr steinig. Hat Vorteile, aber auch seine Nachteile. Handtücher ausbreiten, eincremen und ab ins Wasser. Es war einfach herrlich! Danach in der Sonne bruzeln. Wir sind dann gegangen, als eine große Welle bis über unsere Handtücher gerollt ist…Auf 14 Uhr sind wir dann zurück, wo uns gesagt wurde, dass wir doch erst 15 Uhr einchecken können. Also saßen wir die Stunde noch im Gemeinschaftsraum rum.
Den Rest des Tages haben wir noch ein bisschen in unseren Betten gechillt und uns von der Reise erholt. Aber so prickelnd war das Hostel leider nicht….14-Bett-Zimmer, man hatte keine Schlüssel, die Duschen konnte man nicht absperren, es gab keinen Espace zum privaten Umziehen, dann war die Warmwasserdusche kaputt und Sonntag gab es nicht mal Butter zum Frühstück. Wenn man keine Marmelade isst wie ich, hat man halt Pech gehabt…
Samstag wollte ich ein bisschen Stadt angucken gehen. Allerdings wollte meine Nase das nicht und hat fürchterlich allergisch reagiert. Ich hab die Möhren bekommen! Habe dann erstmal panisch nen Laden gesucht um mir neue Taschentücher zu kaufen. Danach so schnell wie möglich zurück ins Hostel und dann war alles wieder normal. Keine Ahnung, was sie hatte. Wir haben ein bisschen gedöst und sind abends nochmal in die Stadt rein. Es war viel los, es gab ein Konzert, es war viel Musik, Partylicht überall und tanzende Menschen. Wir sind zuerst ins Hardrock Café und danach an den Strand. Da mich jemand anderes gewarnt hat, dass der Sog ziemlich stark wäre, bin ich dann doch nicht ins Wasser gegangen. Stephen ist dann schon eher zurück zum Hostel um noch was zu Essen zu finden und ich wurde prompt von nem Franzosen angequatscht.
Sonntag waren wir vormittag ziemlich voll. Wir sind gegen 14 Uhr los und an der Strandpromende entlang. Während ich mich an einer Stelle mit Sandstrand ans Meer gelegt habe, ist Stephen an diesem Tag mit dem Flixbus vom Aeroport losgefahren zurück nach Leipzig.
Ich lag da und hab die Sonne genoßen, als mich plötzlich ein Dozent aus Nürnberg angesprochen hatte, ob ich nicht kurz auf seine Sachen aufpassen könne. Danach haben wir uns noch ein bisschen unterhalten, bevor er dann gegangen ist. Ich saß dann noch mega lange am Meer, hab die Farben in mich aufgezogen und dann den unglaublich riesigen Mond aufgehen sehen. Ein blutroter Vollmond! Es sah wunderschön aus.
Der letzte Morgen in Nice war ziemlich witzig. Ich saß beim Frühstück mit 5 anderen Leuten am Tisch und alle sprachen Deutsch. Bis auf den Argentinier, waren auch alle Deutsche aus Frankfurt, Lübeck und ein Pärchen aus Leipzig, die meine Folklorumfestivalbändchen identifiziert und sich gedacht haben, dass ich auch aus der Ecke da komme. Das fand ich schon ziemlich witzig^^
Nach dem Sachen packen und dem Check-Out hab ich meine Restzeit am Meer und in der Sonne verbracht. Danach wollte ich noch Postkarten kaufen, aber ich kam nicht an mein Geld ran. Ich konnte mir auch nichts zu essen mehr kaufen! Meine Karte war blockiert, weder im Laden noch am Automaten konnte Geld transferiert werden, obwohl ich wieder welches hatte, das war total seltsam.
Gegen 17 Uhr bin ich dann in den Flixbus nach Marseille gefahren und hab mich da mit Lara getroffen. Zusammen waren wir lecker Couscous essen…mhhh…das tat gut! Da Lara schon total im Packfieber war, hab ich mir dann eine Kiste mit Kram von ihr andrehen lassen, den sich auch nicht mehr in ihren Koffer bekommen hätte – ich hab alles hervorragend unter bekommen 😉
Danach bin ich dann mit meiner Kiste zu Stefanie gefahren, um bei ihr zu Übernachten.
Rückkehr nach Hause
Früh hab ich dann um 8h55 den Zug zurück nach Salon genommen. Dort hab ich dann erstmal Wäsche gewaschen und danach angefangen mein Zeug in die vorhanden Gepäckstücke zu sortieren und zu packen. Gegen 15 Uhr bin ich dann zur Bank um das Problem mit der Karte zu klären und die Dame sagt mit einfach, dass da kein Problem ist und falls da eins gewesen wäre, sie mir nicht sagen kann weshalb. Das war mega ärgerlich. Zuhause hab ich dann erstmal die zwei Pakete fertig gemacht und in einem Wäschekorb zur Post getragen…also einmal durch die ganze Stadt. Am Folgetag hatte ich richtig heftigen Muskelkater in den Oberarmen^^
Abends hab ich dann nur noch mit Anne gegessen und bin ins Bett gefallen.
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So, heute lege ich die einzelnen mitgeschnittenen Gespräche ganz an den Schluss…
BORDEAUX
Stephen: Du weißt eben, wie man bei älteren Menschen ankommt.
Ich: Na klar! 😉
Stephen: …weil du dazu gehörst…
STRAßBURG
Gerade angekommen überholt uns ein sehr kleiner Hund…
Ich: Wieso ist der schneller als wir? Der hat doch viel kleinere Füße als wir – nagut, okay, er trägt auch nicht so nen schweren Rucksack wie wir…
Stephen: Und er hat wahrscheinlich auch die letzten acht Stunden deutlich mehr geschlafen als wir…