Ein entspannter Urlaubsanfang
Die Nacht im Bus hab ich ziemlich schlecht geschlafen. Als wir dann entspannt beim Frühstück saßen, entbrannte eine große Diskussion zum Thema „Wer macht den Abwasch, wer kocht und wer kümmert sich darum den Tisch zu decken?“ und mit welchem System. Von unserer Diskussion ist dann unsere Nachbarin erstmal schnell abwaschen gegangen. Letztendlich haben wir uns darauf geeinigt in zweier Teams zu arbeiten. Da der Tagesablauf aus Frühstück machen, Abwasch+Abräumen, Abendessen kochen, Abwasch+Abräumen, war, haben wir eine Reihenfolge für die Teams festgelegt und die waren dann immer nacheinander dran. Eigentlich ein ziemlich gutes System, uneigentlich auch.^^
Und DANACH, gab es die zweite Diskussion…Mama und ich würden gern auf einen anderen Platz wechseln, der näher am Wasser ist und eine schönere Aussicht hat. Die Jungs waren komplett dagegen, weil es weiter weg vom Klo war und weil der Boden nicht so schön war….Man ey! Mir war es dann egal und bin einfach Baden gegangen und lag dann im Schatten zum Schlafen und Lesen.
Am Nachmittag haben wir dann doch noch den Standplatz gewechselt, auf direkt gegenüber. Der war zwar kleiner, aber auch am Wasser und mit Aussicht und ich fand den viel schöner als irgendwelche andere Stellplätze. Wir haben dazu das ganze Zeug ins Auto verpackt und das Zelt rüber getragen. Fritzi und Yannik haben die Hängematte aufgehängt und wir haben uns alles schön aufgerichtet.
Abends wurde natürlich gekocht und wir waren alle nochmal Baden. Der Campingplatz liegt am Dörfchen Castelbouc, welches direkt an einer Felswand gebaut wurde. Darunter fließt der Fluss Tarn, den ich als eine der schönsten Badestelle Frankreich gefunden habe. Und der Tarn hat einige tiefere Stellen und eine ist am Campingplatz, sodass man sogar von einem Felsen reinspringen konnte. Das war schon ziemlich cool.
Am Abend hab ich dann gesagt, dass ich nicht mehr im Bus schlafen will. Also habe ich, wieder mit Luca neben mir, im Schlafsack auf der Isomatte unter den Sternen geschlafen. Die waren so wunderschön und wir hatten eine wirklich gute Aussicht da hoch….
Olivier
Nach dem Frühstück sind Mama, Stefan, Luca und ich nach Ispagnac auf den Markt gefahren. Wir haben Früchte gekauft und danach noch ewig am Stand von Wurst und Käse gestanden. Uns wurde viel zum Probieren gegeben und letztendlich war Luca so davon besessen, den Verkäufer nach seiner Nummer für mich zu fragen. Er hat herzlich gelacht und uns die Visitenkarte vom Laden plus seinen Namen gegeben. Und jetzt ärgern mich immer alle damit….
Anschließend waren wir noch einkaufen und auf dem Rückweg zum Campingplatz hab ich im Restaurant um die Ecke 6 Plätze für diesen Abend reserviert.
Wieder zurück bin ich sofort in Wasser gesprungen und hab mich dann in die Sonne gelegt zum Schlafen und dem Vogelgezwitscher zu lauschen. Gegen 17h haben Stefan und Luca für uns Kartoffelauflauf und Fisch gekocht. Nach dem Essen sind wir zum Restaurant gegangen und haben uns das Fußballspiel Frankreich gegen Belgien angeguckt. Die Nacht hab ich wieder unter den Sternen verbracht.

Ausflug nach Castelbouc
An diesem Morgen, sind Mama und ich noch vor dem Frühstück im Tarn Baden gewesen und es war so erfrischend und schön! Danach lag ich in der Hängematte und hab gepennt. Gegen 15 Uhr hab ich mich aufgerafft mit Mama und Stefan rüber ins Dörfchen zu laufen. Eine super süße kleine Stadt direkt an einer Felsenwand. Die Leute die dort wohnen, haben eine superschöne Aussicht nach unten. Der Weg ging dann wieder runter zum Fluss und dann kamen Mama und Stefan auf die grandiose Idee, den Fluss zu überqueren. Ich bin da barfuß durch, das Wasser war zwar nicht kalt, aber die Steine waren ja auch nicht unbedingt so bequem….Also letztendlich saß ich eigentlich im Fluss, das Kleid klitschnass, aber das war ja dann auch eher erfrischungstechnisch ganz gut. Witzig wurde es dann aber erst richtig und zwar nicht nur für uns!
Irgendwann konnte man auf dieser Seite nämlich nicht mehr weiterlaufen. Und an der Stelle gegenüber war ein Strand. Und wir standen da und mussten ja irgendwie die Sachen auf die andere Seite bekommen. Stefan hatte seine Tonne mit den Handys und der Kamera dabei. Dann ist Mamas Hut weggeflogen und dann war eh alles egal, wie nass ich schon war^^ Mama und Stefan haben sich dann da ausgezogen, die Klamotten in meinen Beutel gestopft. Dann bin ich mit dem Beutel über dem Kopf auf die andere Seite geschwommen und die beiden sind dann hinterher. Das waren glaube die schwersten 5 Meter meines Lebens, die ich geschwommen bin^^ Danach sind wir dann einfach durchs Wasser bis zurück zum Campingplatz gelaufen und triefend nass bei den Jungs angekommen. Die Leute haben total lustig geguckt, dass ich komplett bekleidet aus dem Wasser gestiegen bin. Wir waren quasi „Die Familie, die aus dem Wasser stieg.“
Nach dem ich wieder trocken begleidet war, habe ich angefangen meinen Crêpe-Teig zu mischen. Die Camping-Crêpes haben viel besser geklappt, als welche auf einem gewöhnlichen Herd. Anschließend sind die Männer zu dem Fußballspiel von England gegen Kroatien gegangen, während ich mit Mama im Bus gechillt habe und wir ganz viel – vorallem über Männer – geredet haben.
Als unsere Männer dann wieder zurück waren, wollte ich Duschen gehen, musste nochmal zurück gehen und dann kam Fritzi aus dem Gebüsch gesprungen und hat mich so sehr erschreckt, dass er davon ausgeht, dass mein Schrei das Licht im Badehaus abgeschaltet hat….Also haben wir dann im Dunkeln geduscht und ich hab mit ner extra Isomatte mit Mama im Bus geschlafen..und sogar recht gut 🙂
Die Wasserwanderung
Vorm Frühstück war ich wieder mit Mama Baden. Danach hat sich jeder ein Buch geschnappt und sich irgendwo hingechillt zum Lesen. Gegen 15h wollten Mama und Stefan zu der Grotte mit dem Seil laufen. Ich hab mich also dazu überreden lassen und wir sind los. Irgendwann ging es natürlich wieder durch Wasser…dann an einem Miniwasserfall sind wir alle mit dem aufblasbaren Reifen mal jeder den Wasserfall runtergefahren, was mega lustig war. Wir sind dann weiter bis zu einer Brücke und haben auch da nochmal mit dem Reifen ein kleine Rutschpartie gemacht. Danach ging es zurück durch Wasser, Mama und Fritzi auf dem Reifen. Und zwischendurch hat mir das Wasser seine Kraft demonstriert, weil ich bin bei einer Strömung hingefallen und wurde über die Steine geschoben und gerollt. Hab auch einige blaue Flecken abbekommen….
Wieder zurück haben Mama und Yannik Essen gemacht. Zum Nachtisch gab es kleine Marzipanküchlein und Luca hasst Marzipan auf den Tod. Ich hab gefragt, ob ich sein Stückchen essen darf und er hat das ganze Stück gegessen mit den Worten „Ich tu es für Olivier!“. :PP
Danach hat mich Mama noch dazu überedet mit ihr und Yannik auf nem Wanderweg 6 km nach Saint-Enemie zu laufen. 2h haben wir dafür gebraucht und dort angekommen sind wir über den Nachtmarkt geschlendert. Stefan, Fritzi und Luca sind mit dem Bus angekomme, bin dem sind wir dann auch alle zusammen zurück gefahren. Nach einer Dusche bin ich erschöpft in meinem Schlafsack versunken.
Der Wasserfall
Am heutigen Tag war ich ein letztes Mal Baden, nachdem das Zelt und alle Sachen ins Auto verladen haben. Dann sind wir von da abgereist und haben noch einen Halt am Wasserfall du Runes gemacht. Und es war wunderschön! Wir sind erst bis runter gelaufen und haben dort ein kleines Picknick gemacht.
Danach sind wir eine Ebene höher gestiegen und sind Baden gegangen. Die Jungs haben gejammert, dass es Arschkalt wäre, aber ganz ehrlich: Die schwedische Ostsee letztes Jahr war kälter! Und es war toll. Man unterschätzt ja total, mit welcher Wucht da das Wasser runterfällt. Riesentropfen, die schon für ne ordentliche Massage auf jeden Fall nützlich wäre. Aber ich fand total toll, dort unter dem Wasserfall zu stehen und zu sehen, wie die Wassertropfen runterfallen war einfach wunderschön! Ich hab es geliebt unter dem Wasserfall zu stehen und formlich darunter zu duschen!
Danach hat sich die Landschaft total verändernt. Wir sind von den Cevennes in den Norden in die Adeche gefahren…
Auf dem nächsten Campingplatz sind wir sehr spät angekommen. Mama, Stefan und Luca haben gekocht, Fritzi, Yannik und ich sollten die Schlafstätte vorbereiten. Wir hatten vor, das Zelt nicht aufzubauen, sondern dass alle unterm Himmel schlafen werden. Fritzi meinte er wäre high geworden vom Luftmatraze aufpusten….der Vogel. Am Abend gab es dann Pizza und es wurde noch richtig lustig. Um Mitternacht ging dann ein Feuerwerk los. Ich saß zu dem Zeitpunkt mit Fritzi im Bus, als plötzlich Mama in den Bus gestürmt kommt, uns umarmt und uns ein frohes neues Jahr gewünscht 😀
Der französische Nationalfeiertag
Um 3h nachts hat Mama mich geweckt, weil es regnet und wir alle in den Bus müssen. Ich hab natürlich den blödesten Platz bekommen und konnte nicht mehr einschlafen. Es hat total geschüttet und ne halbe Stunde später sind Mama, Luca und Fritzi wieder raus. Ich hab es mir dann auf den drei Sitzen bequem gemacht. Am Morgen war ich dann dementsprechend schlecht gelaunt. Das Wetter war auch nicht so der Knaller. Die Jungs wollten unbedingt zu einer Stelle, wo man von 15 Meter ins Wasser springen konnte. Vom Campingplatz zu der Stelle würde man 6 Minuten fahren. Nachdem wir losgefahren sind, machte Yannik es sich im Auto mit einem Kissen bequem. Luca: „Okay, ich wecke dich dann in 2 Minuten wieder, wenn wir da sind.“. Dann haben wir uns natürlich verfahren, aber Luca hat ihn aller zwei Minuten geweckt. Wir haben dann eine Aussichtsstelle gefunden und haben dort das Frühstück aufgebaut. Danach sind wir noch runter zum Fluss um zu Baden und das Wasser war so unglaublich klar und sauber!

Danach ging es weiter nach Lyon und dort hat es auch schon wieder geregnet, als wir auf dem Campingplatz angekommen sind. Die Männer sind heldenhaft und oberkörperfrei aus dem Bus gestiegen, um im Regen das Zelt aufzubauen. Letztendlich haben wir dann bei weniger Regen zusammen das Zelt aufgebaut. Dann haben sich alle schick gemacht und wir sind in die Stadt gefahren. Dabei haben die Jungs einfach allen aus dem Auto zugewunken und wir hatten wahnsinnig viel Spaß dabei. Wir sind dann quer durch die Stadt gelaufen bis zu dem Restaurant Lyonnaise. Jeder hat ein Menü bestellt und Luca ist bei der Vorspeise schon halb vor Ekel vom Hocker gefallen….Insgesamt war es ok, aber nicht überragend. Außerdem haben wir das Feuerwerk verpasst. Wir sind dann durch die Straßen Richtung Auto zurück gelaufen und haben noch einigen Bands auf der Straße zugehört. Wir waren erst gegen 2h im Schlafsack.
Das Ende meines schönsten Urlaubs mit meinen Liebsten
Am Morgen hab ich mit Fritzi das Frühstück gemacht und danach all meine Sachen zusammen gepackt. Gegen 13h sind wir dann wieder nach Lyon gefahren, wo Mama und ich erstmal im Bahnhof gewesen sind um sicher zu wissen, wie ich am Abend wieder nach Salon komme und um die Tickets zu kaufen. Danach sind wie in die Stadt gelaufen und haben die Männer am Hard Rock Café getroffen. Zusammen sind wir dann hoch gestiegen zur Notre Dame und es war so warm und anstrengend. Oben kurz die Aussicht genossen und wieder runter. Das Hard Rock Café war schon mega voll, weshalb wir alle zum Bus zurück gelaufen sind, wo Stefan auf der Straße Nudeln gekocht hat.
Ich hab ein Glas Nudeln mitbekommen und auf 17 Uhr haben sie mich zum Bahnhof gefahren, wo Mama mich verabschiedet hat. Drei Stunden Zugfahrt später war ich in Miramas. Dort ab in den Bus und in Salon war die Hölle los. Franzosen sind gröllend und hupend durch die Straßen gefahren, haben mich freudig angeguckt und waren alle total euphorisch – verständlich, sie sind ja Weltmeister geworden. Mama hat noch erzählt, dass sie in Lyon in einem Lokal das Spiel gesehen haben und als Kroatien das zweite Tor geschossen hat, war Fritzi der Einzige, der geklatscht hat^^
Zuhause bin ich komplett müde und sehr spät angekommen und sofort in mein lang ersehntes Bett gefallen.
Eine sehr ausführliche Zusammenfassung, gefällt mir sehr gut.
Liebe Grüße
Sigrid
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