Wochenendausflüge und Typisch-Emilia-Situationen…

So liebe Freund des guten Geschmacks!
Heute exklusiv bei mir…der heutige Tag hat mich inspiriert den Eintrag –  der wahrscheinlich erst nach dem Wochenende für euch lesbar wird – heute schon anzufangen.

Aber fangen wir von vorne an:

Ich bin jetzt schon wieder knapp nen Monat in Frankreich und mir gehts es absolut prima. Es gibt aber auch schon wieder viel zu erzählen.

Letztes Wochenende bin ich spontan am Freitag nach Marseille gefahren. Eigentlich hatte ich nicht so wirklich Bock drauf, aber Anne meinte, ich sollte öfter am Wochenende was unternehmen, raus gehen, Freunde treffen. Also hab ich noch meinen Schlafplatz bei Stefanie sichergestellt und bin Freitagabend gegen 19 Uhr bei ihr gewesen. Ich habe meine Sachen abgeladenen, ein Baguette als Abendbrot aufgefuttert und dann sind wir mit der Tram irgendwo hingefahren – so genau wusste ich dann auch nicht mehr wo ich war – aber auf jeden Fall zu Antonia. Die hatte einen Spieleabend geplant und als wir ankamen, waren schon Louise, Irina und Hassan da. Hassan hat schon vorher in der Gruppe bei der Planung geäußert, dass er es doof findet, der einzige Kerl in der Runde zu sein. Außerdem war er auch noch der einzige Franzose 😀
Später sind dann noch Elena und Lynn dazugekommen und der Abend begann mit UNO. Aber schon da scheideten sich einige Geister was die Spielregeln betrifft bzw die verschiedenen Variationen. Nach unzähligen Runden, durften die Fußbodensitzer auch mal auf die Couch – YES! – und es ging mit einem Spiel weiter, in dem man mitdenken und sich Dinge merken musste. Irgendwie schwierig so spät am Abend un mit Alkohol im Blut. Irina und Hassan sind dann als Team ausgestiegen, weil sie komplett den Überblick über ihre eigenen Karten verloren haben. Das Spiel war eine Mischung aus „Wer bin ich?“ (Man hat also seine eigenen Karten nicht gesehen) und „Ligretto“. Alle mussten zusammen arbeiten, um von jeder Farbe einen Stapel von 1-5 zu legen und man durfte Fragen zu seinen Karten stellen, sich diese aber nicht ansehen. Knifflig…

An dieser Stelle muss ich unbedingt erwähnen, dass ich bereits einige Doppelgänger von Freunden oder sogar Familienmitgliedern kennengelernt habe.
Lukos eindeutiges Double ist Konrad vom Seminar. Beide so ne langen Kerle, mit deckungsgleicher Gestikulation und beide zitieren dauernd irgendwen oder wenden Wortspiele an…
Antonia ist eins zu eins unsere Marie aus der Schule. Schulterlange leicht gelockte Haare und schnattert was das Zeug hält. Das soll auch nicht negativ gemeint sein, aber diese Ähnlichkeit finde ich so unfassbar! Auch hier wieder: Gesten, die Art sich auszudrücken, oder kurzes Gekicher zwischen den Sätzen – einfach herrlich, wie ich dann daneben sitze und das Schauspiel bewundere.
Irina erinnert mich an Konny (ebenfalls aus meiner Klasse) und Lynn an Lynn aus unserem Jahrgang. Überall gibt es Ähnlichkeiten was die Größe, die Haarfarbe, die Ausdruckweise, die Stimme oder die Ausstrahlung betrifft.
Ich bin immer wieder fasziniert über diese Ähnlichkeit.

Naja wir haben an dem Abend noch eine Weile gequatscht und sind gegen 12 gegangen um die letzte Bahn noch zu erwischen….die kam leider nie, weshalb wir noch die letzte Metro bekommen haben…Wobei die meisten zu dieser Uhrzeit gerade in die Stadt zum feiern gefahren sind …Wir haben uns dann zuhause gleich ins Bett bzw ich mich in den Schlafsack gekuschelt…etwa gegen eins..

Am Samstag, haben wir früh wieder Crêpes gegessen und sind dann gemütlich über den Markt geschlendert. Ich habe noch nach einem passenden Ladekable für meine Kamera gesucht, da ich mal ausversehen Fotos ohne Speicherkarte gemacht habe und nicht ohne Kabel an die Bilder auf dem internen Speicher rankomme. Aber der Laden, in dem wir waren, hatte nicht die passenden und hat uns zu einem kleineren weitergelotst. Ich Depp hatte aber, um zu zeigen um welche kuriose Form des Anschlusses es sich handelt, nur ein Foto statt der Kamera dabei. Also habe ich letztendlich keins gekauft, werde aber bei Gelegenheit nochmal mit Kamera da vorbei schneien.
Stefanie wollte dann unbedingt noch zum Büchermarkt am Cours Julien. Also sind wir mit der Metro bis zur Haltestelle „La Notre Dame-Du-Mont“ gefahren und haben aber keinen Büchermarkt gefunden. Dafür hab ich mich in der Gegend wieder gefunden. Irgendwo in der Nähe der Haltestelle, war ich in meiner ersten Nacht in Marseille spontan bei Yassine UND in dem Viertel war ich mal mit Sabrina und ihrem Freund wegen dem Friseur. Wir haben uns dann auf die Suche nach Essen gemacht und sind durch kleine süße bunte Gassen mit wunderschönen künstlerischen Arbeiten geschlendert.

 

Dann haben wir uns an dem Platz wieder gefunden, wo wir irgendwann im November im „Petit Nice“ in der Kälte draußen saßen, Cocktails geschlürft haben und ich keine Socken dabei hatte…
Naja wir haben uns da  in einen Chinesen gesetzt und waren letztendlich nicht so zufrieden mit unserer Auswahl. Der Glückskeks hatte nicht mal eine Glücksbotschaft!!! Haben uns dafür danach beim Bäcker was richtig leckeres fürs Vesper geholt und sind dann gemütlich durch die Gassen gebummelt. Hatten dann aber doch noch extrem viel Zeit, das Stefanies Nachmittagsveranstaltung ausfiel. Bei ihr haben wir uns dann unsere kleinen Leckereien gegönnt und sie hat mich noch bis zum Bahnhof gebracht. Dort bin ich gegen 16 Uhr nach Istres zu Alea gefahren. Sie hat mich am Bahnhof abgeholt und dann saßen wir bei ihr, haben gequatscht und im Duo Klavier und Flöte gespielt bis Valentin nach Hause kam (Das ist der Sohn ihrer Vermieterin, die zufälligerweise auch Anne heißt^^) und wir haben zusammen Abendbrot gegessen. Mussten dann aber überstürtzt aufbrechen zum Konzert, was für diesen Abend geplant war.
Lee Fields war auf Welttournée und hat seine Band nach Istres gebracht. Dank Valentin, konnten wir mit Auto fahren. Alea war auch da, um ein paar Interviews für ihren Radiosenden zu machen. Und das Konzert war echt richtig cool! Ich habe vorher nur mal kurz einer Hörprobe gelauscht und es für gut befunden, aber das Konzert hat es echt übertroffen und war auch genau das was mir so an Musik gefällt.

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Abends durfte ich dann bei Alea mit im Doppelbett schlafen und das war das absolute Paradies im Vergleich zu meiner Isomatte bei Stefanie.
Früh haben wie lange ausgeschlafen, gemütlich und ausgiebig gefrühstückt, ach und wir sind zum Bäcker gelaufen. Ein frischer Februarmorgen und die Sonne knallte richtig heiß runter.
Ich bin dann irgendwann am Nachmittag wieder nach Salon zurück gefahren.

Die Woche ging dann damit los, dass Sabrina nicht da war und Neimar meinte, ich kann am Nachmittag zuhause bleiben. Ach genau, eigentlich wollte Sabrina mit mir reden, und das auch eigentlich schon am Freitag, aber da war sie auch wieder nicht da.
Dienstag bin ich dann auf Arbeit gekommen und völlig fremde Leute haben das Büro koordiniert. Mir wurde ein neues Service Civique vorgestellt. Der Franzose arbeitet zwar bei der Mission Locale, wird aber jetzt immer Dienstags bei uns sein. Wirklich, ein wirklich gutaussehender Franzose, der auch noch single ist….. 😀
Am Nachmittag hatte ich dann einen Termin mit der Directorin, die mich zur Palette gebracht hat. Einfach damit ich noch eine andere Ecke des Centres kennenlerne. Und dann war ich da mit den älteren Herrschaften und durfte meiner Kreativität freien Lauf lassen. Also am ersten Tag war ich noch nicht so produktiv, dafür aber am Donnerstag, und das hat mir so richtig Spaß gemacht.
Mittwoch war Anne immer noch krank geschrieben und sie hatte gefragt, ob ich ne Idee habe, ob wir noch mal was zusammen machen wollen, so lange sie noch zuhause ist. Und da hab ich vorgeschlagen an den Strand zu fahren und Schätze zu sammeln, so wie sie das manchmal macht und dann ebenfalls daraus tolle Sachen bastelt.
Und Mittwoch hatten wir echt unglaubliches Glück was das Wetter betrifft. Es war zwar kalt, aber es gab ganz viel Sonnenschein! Also kam sie gegen 10 von ihren Besorgungen wieder und hatte zwei belegte Baguettes im Gepäck. Ich hab mich dann warm angezogen, meine Wanderschuhe geschnappt, Mütze und Schal eingepackt und wir sind gegen 11 losgefahren und haben eine Stunde gebraucht. Es ging diesmal Richtung Montpellier, nach Port-Saints-Louis-du-Rhône. Da war der Strand allerdinsg geflutet, sodass wir wieder ein Stück züruck sind, dann mit der Fähre die Rôhne überquert haben und da einen schönen Strand hatten. Der Wind blies richtig heftig und kalt, das verwirrende – aber hier absolut normale – war, dass der Wind so heftig vom Festland aus wehte, und nicht vom Ozean her…
Aber es gab richtig schöne Wellen, auf der anderen Seite haben wir Martiques gesehen und viele kleine Schätze am Strand gefunden. Ich hab dann irgendwann einen schönen Stock gefunden, mit dem man richtig gut in den Sand malen konnte. Dabei habe ich viele Fotos gemacht und der Sand sah zwischendurch so aus, wie Holz. Mit Altersringen. Mit vielen kleinen verschiedenen Dünenlandschaften. Es war so großartig und es tat so gut am Meer entlang zu laufen, die Sonne zu genießen und den kalten Wind im Gesicht zu spüren. Ich hab mich dort so wohl gefühlt und war so glücklich. Anne meinte auf dem Rückweg, dass wenn sie alt ist, sie sich einen Wohnwagen kauft und sich da ans Meer stellt und dort bleibt.

 

Donnerstag stand ich früh wieder ne Stunde vor dem geschlossenen Büro und nach dem ich Sabrina mal wieder nicht erreicht habe, bin ich sauer wieder nach Hause gegangen. Also langsam nervt es mich wirklich. Ich denke dass es eigentlich selbstverständlich ist, dass sie mich informiert, falls irgendwas ausfällt, oder sie krank ist oder sonst irgendwas ist. Genauso wie ich ihr bescheid sage, dass ich krank bin. Was bisher zwar nur einmal vorgekommen ist, aber es geht ums Prinzip und es geht mir einfach dermaßen auf die Nerven, dass ich über nichts informiert werde. Der Austausch im April nach Berlin fällt wohl auch aus.

Naja und heute (Freitag) waren sie dann ne halbe Stunde nach mir da und Sabrina meinte auch gleich, dass wir jetzt reden, weil sie das Gefühl hatte, dass ich mich langweile. Womit sie auch absolut nicht falsch lag. Ich hab ihr dann erklärt, für welches Projekt ich mich ja ursprünglich in Marseille beworben habe und dass es mir ja auch nicht darum geht, jeden Tag eine neue Aufgabe zu bekommen, sondern eine großflächige haben möchte, für die ich früh zur Arbeit komme und an der ich dann arbeite. Und da die eigentliche Stelle in Marseille um einen Blog ging, sind wir zu dem Schluss gekommen, dass ich für AAGESC einen Blog gestalten soll. Weil Sabrina möchte, dass ich etwas mache was mir Spaß macht und was ich gut kann. Ich hab ihr dann mein Kunstwerk von Blog gezeigt und den fand sie auch ganz schön. Also hab ich ab jetzt eine richtige Aufgabe und ich freu mich drauf 🙂

Genau, dann kommen wir zu meiner inspirierenden Situation von heute. Es war eine Typisch-Emilia-Situation…
Papa hätte sich seine flache Hand gegen die zerknautschte Stirn geschlagen und gefragt „Was hat das Kind nur wieder angestellt!?“ . Oma würde wahrscheinlich sagen „Na Hoppla!“ und Mama würde im ersten Moment denken „Ohjee“ und im zweiten Moment „Naja, dann hat sie ja wenigstens den Tag sinnvoll nutzen können…“ und dann am Ende der Geschichte laut gelacht mit den Worten „Ach Süße!“. Ich habs förmlich im Kopf wie ihr auf die folgende Geschichte reagiert….

Also…ich wollte heute Mittag nach Hause gehen. Ich wusste, dass Anne nicht da sein würde, da sie bereits gestern angekündigt hat, nach Avignon zu fahren und ich mir die Rester in der Mikrowelle warm machen kann zum Mittag…Ich also auf Arbeit: Packe meine Sachen ein, ziehe meine Jacke an, um dann völlig panisch in meiner Tasche rumzuwühlen. Mist! Schlüssel und französisches Telefon zuhause vergessen! Anne geht nicht ran. Ich hab Sabrina und Neimar erklärt, dass ich ein kleines Problem habe. Da die beiden aber am Nachmittag auch nicht da waren, haben sie vorgeschlagen, ich könnte ja in die Bibo gehen…Ich bin erstmal nach Hause, vllt ist Anne ja noch da….Leider war sie es nicht mehr. Ich habe vergeblich versucht mit einer Haarspange das Schloss zu knacken – leider erfolglos. Ich hab mit dem Mückefetzchen an Akku von meinem Handy noch Mathilde angerufen, ob sie noch eine Idee hätte. Ihren Schlüssel konnte sie mir nicht geben, den hatte ich ja.
So, da stand ich nun vor der Tür, mit leerem Handy und hatte keine Ahnung wo ich hin soll. Es war gegen 13 Uhr und Anne meinte, sie kommt erst am Abend wieder. Schöne Scheiße! Also bin ich zum Chateau gelaufen und hab mich dort in die Sonne gesetzt, Leute beobachtet und gelesen. Gegen 15 Uhr bin ich dann ins Conservatoire, hab meinen Flügel bekommen und versucht die Lieder aus dem Kopf zu spielen. Hat überraschender Weise geklappt. Fluch der Karibik, Amelie, Für Elise – alles was ich an Noten im Heft zuhause hatte, hat plötzlich auswenig funktioniert. Aber fehlerfrei nur beim aller ersten Durchgang. Dafür war der Flügel so schön laut und klar. Ich würde dann von nebenan hingewiesen, dass die da ihren Klarinettenunterricht nicht halten können, weil ich zu laut bin…. Und da leise spielen anstrengend ist und keinen Spaß macht, hab ich mir einen gemütlichen Stuhl ans Fenster und die Heizung gestellt und gelesen. Zwischendurch über meine Stadt geguckt und den Stimmen vom Hof gelauscht. Als die Sonne in der Wolkendecke verschwunden ist, hab ich dann schon Hunger und vorallem Durst bekommen. Ich habe seit dem Frühstück heute morgen nichts getrunken und auf Arbeit mal zwei Crepes mit Käse zwischendurch gegessen. Also gucke ich so in meine Handtasche und suche mein Portemonnaie um zu gucken, wie viel Geld ich dabei habe. Dabei finde ich mein Handy. Das französische. Im nächsten Moment hebe ich meine Bücher hoch und finde am krellgelben Band meinen wunderschönen Wohnungsschlüssel….alles da. In meiner Handtasche. Vor meiner Nase. Ich hab mich angezogen und bin ganz fix nach Hause und musste die ganze Zeit grinsen, weil das so absolut dämlich ist!! Aber sowas kann aber auch echt nur mir passieren, oder? Ja ich hörs schon, wie ihr euch alle denkt „Och nee!?“ oder „Ne, oder!?“ . Doch, ganz echt! Alles wahr. Ich habe mich so geärgert, aber ich hatte trotzdem einen schönen Tag mit einem wirklich sehr unterhaltsamen Buch und draußen in der Sonne, auch wenn es ohne Sonne echt kalt gewesen wäre. Also Ja, Mama, ich hatte auch wunderbaren Handyfreien Tag, kannst du gerne den Jungs erzählen, macht hat plötzlich so viel Zeit für anderen Kram und Gedanken… 😛

So, jetzt gehe ich ins Bett. Am Wochenende fahre ich noch nach La-Seyne-Sur-Mer und danach dürft ihr über meine Verpeiltheilt schmunzeln 😉

So…es ist Sonntagabend und ich liege schon komplett fertig im Bett. Und ich muss sagen: Das Wochenende war wirklich schön.
Ich bin also Samstagmittag zwei Stunden Zug – mit Umstieg in Marseille – nach La-Seyne-sur-Mer gefahren. Ich habe über Couchsurfing eine Familie gefunden, die mir für die eine Nacht ihr Sofa geliehen haben. Und die waren so super nett. Ich habe nach meiner Ankunft gegen 16 Uhr meine Sachen bei ihnen abstellen dürfen und der eine Sohn ist mit mir in die Stadt mitgekommen und hat son bisschen was erzählt. Also sind wir zum Hafen gelaufen und es war wirklich so so schön. Das Wasser hatte auch hier so eine wunderschöne Farbe aus blau und grün. Der Turm mit Ausblick auf die Stadt machte gerade zu, also sind wir auf Umwegen zurück gelaufen. Wurde dann auch langsam dunkel und kalt. Waren noch kurz in der kleinen Kirche, aber im Vergleich zu anderen Kirchen, fand ich die von Innen nun überhaupt nicht schön. Aber danach ging es durch kleine süße Gassen und die Fensterläden waren alle in Pastelfarben bemalt. Es war einfach super idyllisch. Den Abend haben wir dann auch zusammen verbracht und haben chinesisch gegessen und anschließend „La Voice France“ geguckt.

 

Heute bin ich dann gegen Mittag nochmal  in die Stadt und hab mir den Blick auf die Stadt von der Aussichtsplatform angeguckt. Die Stadt war im allgemeinen auch viel grüner als andere die ich kenne. Überall Palmen und so südländisches Grünzeug, was man mit Wärme verbindet. Hatte allgemein irgendwie mehr was von Urlaub.
Am Nachmittag hab ich den Zug zurück nach Marseille und dann Salon genommen. Bevor ich in Salon ausgestiegen bin, hab ich ganz mutig einem jungen Mann meine Nummer auf einem Zettel zugesteckt. Ein absoluter weiche-Knie-Moment. Er ist dann aber auch in Salon ausgestiegen, ein suchend durch die Straßen geirrt und hat mich letztendlich angesprochen und am Ende noch gefragt, ob ich seine Nummer haben möchte. Da er nicht sehr lange in Salon ist, verabreden wir uns vllt mal in Marseille. Mal gucken. War auf jeden Fall sehr aufregend.

 

Das Wochenende in der Familie zu leben war so erholsam. Vorallem da ich die ganze Zeit Französisch geredet habe, als hätte ich nie was anderes gemacht. Es fiel mir so leicht und nach einer gewissen Zeit hab ich auch wieder in Gedanken auf französisch geredet. Das war so der Moment, als ich so richtig froh war über die Tatsache, dass ich ein ganzes Jahr in Frankreich leben darf. Weil die Sprache echt einfach so wunderschön ist und es mir so viel Spaß macht sie zu sprechen. Ich habe jetzt auch selber gemerkt, wie krass sich mein Niveau im letzten halben Jahr verbessert hat. Es kommt mir echt leicht über die Lippen, ohne dass ich großartig über bspw die Grammatik nachdenke. Es macht so mega viel Spaß eine dritte Sprache schon so flüssig zu sprechen. In dem Wochenende hatte ich auch ziemlich raren Kontakt nach Deutschland und es hat mich nicht gestört. Aber ich denke das ist sonst der Punkt, weshalb ich doch noch so viel Deutsch rede – über Whatsapp oder Skype bspw.

Mais je suis super contente de parler francaise et tous dans mon tête a changé la language en francaise, alors quelque temps j´imagine un conversation avec qn et après je realise, que c´est pas obligatoire, psk le personne ne parle pas francais…. c´est rigolo – mais je n´ai pas encore revé en francais….mais ca va venir 🙂

Ich bin sehr glücklich darüber französisch zu sprechne und alles in meinem Kopf läuft jetzt auf Französisch. Manchmal stelle ich mir Gespräche vor und formuliere Sätze in meinem Kopf, bis mir auffällt, dass das gar nicht nötig ist, da die Person wahrscheinlich gar kein Französisch spricht. Auf Französisch geträumt habe ich auch noch nicht, aber das kommt noch 🙂

Und dann hab ich manchmal so Momente, da ergeben Dinge plötzlich Sinn. Oder ich bemerke, dass ich das immer falsch benutzt habe. Und das Gute ist auch noch, dass man alles nicht immer eins-zu-eins übersetzen kann. Jede Sprache funktioniert anders und die Franzosen haben auch deutlich mehr Wörter zu Verfügung, deswegen hab ich da sehr viel Spielraum.
Aber gut jetzt, ich bin müde…

Liebe Grüße aus dem schönen Süden und tollen Start in die neue Woche!

Eure Emilia


Ein Gedanke zu “Wochenendausflüge und Typisch-Emilia-Situationen…

  1. Meine Süsse, es freut mich, dass du die Sprache so umfassend und tief entdeckst, wunderbar. Da kannst du bald einen romantischen Balzac in Original lesen, das würde ich so gern…
    Und ein hanfyfreier Tag ist ja auch mal freiwillig schnell umgesetzt;-). Freue mich auf unsere gemeinsame Zeit am Meer und würde gern öfter mal einfach so kommen….Kuss Mama

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