ACHTUNG
Ich übernehme keine Haftung für versaute Anspielungen, perverse Ausdrücke, Formulierungen, Zweideutigkeit und ähnliches!
Ich habe mit meiner Familie über Pfingsten (genau genommen Freitag und Samstag) eine Fahrradtour an den Senftenberger See unternommen.
Geplante Abfahrt war um halb 10. Das heißt, wir mussten halb 8 aufstehen, Sportsachen anziehen und zum Frühstück erscheinen. Jeder musste sich sein Brot für unterwegs selber schmieren. Mama hat Tütchen für jeden verteilt und dafür jeweil die Namen drauf schrieben…
Mama: 1. Zakki…. 2. Emi… 3. Luci..
Luca: Ne bitte nicht!
Mama: Nagut. 3. Luca. 4. Yanni…. 5. –
Stefan: och ne!
Alle überlegen kurz, bevor sie lachen…
Mama: Ok, dann eben „Stevi“ 😉
(Stefan reagierte während der Fahrradtour trotzdem, wenn ich ihn „Steffi“ gerufen habe…)
Wie gesagt, Pläne bzgl der Abfahrt einzuhalten, sind mit sieben Mann (ansich ja nur einer, vier kleine Jungs und zwei Frauen) echt ein Wunder. Wir gehören nicht dazu…
Los konnten wir nicht sofort, weil ich meine Tasche ja noch befestigen musste und dann die Isomatte und Zelt rutschfest sichern musste. Stefan musste nochmal aufs Klo. Mama auch…. Schließlich sind Fritzi und Luca schon mal zur Altmarkt-Galerie gefahren, um sich in der Spielaxi einen sogenannten „Spinner“ (kein Plan, ob das Ding tatsächlich so heißt) zu kaufen. Dann wird noch 5 Mal umgetauscht, weil sie die Teile natürlich gleich kaputt machen müssen….und dann wenn es endlich losgehen soll, fällt Stefan auf, dass er seinen Schlüssel vergessen hat. Er fährt also nochmal komplett zurück nach Hause ( 20 Minuten, und (bzw. WEIL) Berg hoch). Wir allerdings sind schon losgefahren. Mama vorne weg, dann die Jungs und ich zum Schluss. Um es mit Lucas Worten auszudrücken: Mama und ich haben die Jungs also „gesandwicht“ 😀
Und als wir dann so durch die Stadt gefahren sind und an der Ampel immer alle nebeneinander standen, kam ich mir vor, wie die Wilden Kerle…. Ich musste die ganze Zeit grinsen, weil 3-4 Fahradfahrer mit viel Gepäck sind ja noch normal, wenn man dann aber von 7 überholt wird – da haben die Leute schon komisch geguckt bzw mussten teilweise auch lachen..
Wir sind dann durch Dresden und im Norden raus und haben in irgendeinem Ort (aus dem das Handy immer „Völkermord“ gemacht hat) pausiert und auf Stefan gewartet.
Zusammen ging es dann weiter die 40 km bis zum Senftenberger See. Durch süße kleine Dörfer, über Feldwege und Landstraßen, Waldwege und dann gabs auch mal rechts und links kleine Seen oder große Teiche…Es war sehr idyllisch. Man hat den Wind im Gesicht und auf der Haut gespürt, Vogelgezwitscher, einen Kuckuck, ein Froschkonzert ❤
Keine Ahnung wann wir im Hafencamp angekommen sind. Fritzi und ich waren hier schon mal mit Papa SUPen, aber richtig zum Baden gehen eignete sich das hier nicht. Restaurant machte auch gerade zu und abgesehen davon waren die auch komplett ausgebucht. Also sind wir in den Familienpark, haben uns dort ins Restaurant gesetzt und Mama und Stefan waren fix einkaufen.
Und dann ging das Chaos mit der Bedienung los…. Fritzi hat sich Getränketechnisch nochmal umentschieden, es aber nicht angesagt. Die Kellnerin war verwirrt, weil sie 8 Getränke und 7 Personen am Tisch hatte. Luca wollte einen Ginger Ale, Fritzi eine Sprite statt einer Himberbrause. Dann wurde noch diskutiert, die Kellnerin hat es auch nochmal durcheinander gebracht und bis sie es dann endlich mal hatten, hab ich mich schon halb tod gelacht. Als sie dann die Getränke brachte, hat sie nicht mal gefragt, sondern Luca die Sprite hingestellt und Fritzi den Ginger Ale. Als sie weg war, meinte ich, dass die das bestimmt mit Absicht gemacht hat^^
Zu Essen gab es Nudeln und für den Rest Fleisch. Ach und Fritzi Burger.
Da wir hier ja nicht bleiben konnten, haben wir irgendwie noch die Einkäufe auf den eh schon vollen Fahrrädern verstaut und sind weiter am See langgefahren, bis wir ein schönes Plätzchen direkt am Wasser gefunden haben. Auf dem Weg dahin sind noch zwei Leuten ihre Flaschen (gerade gekauft!) runter gefallen und kaputt gegangen…

Wir haben dann das Zelt aufgebaut und ein bisschen versteckt. Darin haben Fritzi, Luca und Zakki geschlafen. Mama, Stefan, Yannik und ich haben draußen auf der Picknick decke und auf zwei Isomatten gepennt. Also natürlich nicht sofort nach dem wir angekommen sind.
Wir hatten einen fantastischen Blick auf den Sonnenuntergang. Ich habe dann erstmal beschlossen ins Wasser zu gehen. Da es zufällig ein FKK-Strand war, auch mal gleich ohne Badesachen – ist sowieso viel cooler 😛
Die Jungs sind dann auch hinterher (mit Badesachen) und ich bin zwei mal bis zur Boje geschwommen. Danach war einem schön warm.
Dann haben wir unsere Sachen schön verstaut, ich habe mich umgezogen, mich in meinen Schlafsack gekuschelt und den Sonnenuntergang angeschaut. Es war so so schön!! Die symmetrische Spiegelung im Wasser war der Wahnsinn mit dem Farbenspiel!
Die Nacht war richtig kalt. Ich war hauptsächlich damit beschäftigt meine Füße warm zu machen, mit dem Schlafsack nicht runter zurutschen, meine wunden Stellen zu massieren und mich so hinzulegen dass es 1. nicht so hart ist und 2. ich keinen Krampf bekomme. Dann habe ich mir die Sterne angeschaut und ein interessante neue Sternenkonstellation entdeckt, die ich bisher noch nicht kannte. Geschlafen habe ich dann erst nach Sonnenaufgang, den ich mir auch angeschaut habe. Der Himmel war Rot, Gelb, Grün und Blau. Einfach wunderschön. Dann wurden auch endlich meine Füße warm. Als ich dann nicht mehr schlafen konnte, bin ich mit meinem Schlafsack in eine Versenkung am Ufer gerobbt und habe gelesen. Und aufs Wasser geschaut. Später haben wir dann da gefrühstückt und ich lag zwischen Luca und Fritzi. Der muste jedes Toast zuerst durchreichen an Zakki, Luca und mich, bevor er eins haben durfte^^
Danach mussten die beiden mich natürlich noch sandwichen. Darauf haben sie die ganze Zeit gewartet…
Mama hat dann aus einer Zeitschrift vorgelesen:
„Die meisten Menschen planen ihrern Urlaub besser als ihr Leben.“
Luca: Außer uns!
(Das fasst es im Prinzip ganz gut zusammen^^)
Nach dem Frühstück haben Mama und ich uns ein sonniges Plätzchen zum Liegen gesucht. Allerdings wurde die Sonne echt heiß dann schon. Also sind wir mit den anderen ins Wasser gesprungen bevor wir dann angefangen haben aufzuräumen und zusammen zupacken. Zum Mittag gab es dann nochmal Nudeln mit Pesto…
14 Uhr sind wir dann ca los, eingecremt und voller Schmerzen am Hinterteil. 60 km lagen vor uns. Die ersten 20 km waren erstaunlich schnell vorbei. Wir sind hauptsächlich Landstraße gefahren und tendeziell geht es auch bergauf…
In Königsbrück hatten wir die Hälfte erreicht und haben Pause in einem Eiscafe gemacht. Es gab Eis auf die Hand oder Gemischtes im Glas.
Als wir dann in Dresden angekommen sind, gabs eine Laola-Welle. Von mir. Mit einer Hand. Alleine… Es war trotzdem ein toller Moment 😛
Dann ging es sowieso nur noch Bergab, bis Stefan beschloss Google Maps zu folgen und irgendwelche Fahrradfreundlichen Wege durch die Stadt zu fahren mit ein paar mehr Bergen….Letztendlich haben wir auch noch Mama verloren, weil wir am Albertplatz durch die Wasserfontänen fahren wollten und Yannik ist auf der Brücke in eine Straßenbahnschiene geraten – hinter him war eine Straßenbahn. Aber es war dann alles okay. Ich bin mit den Männer die Bergstraße, Zellscher Weg und Paradiesstraße hoch und Zuhause angekommen haben Luca und ich uns unsere Trinkflaschen über den Kopf gegossen. Dann nur noch Duschen, Abendbrot essen und ins Bett.

Heute morgen saßen wir dann alle beim Frühstück. Gegen Mittag kommen die Großeltern von Yannik und Luca. Da die Jungs ja morgen in die Schule müssen war die Frage wer denn dann morgen früh mit aufsteht. Opa wird auf jeden Fall wach sein und die Jungs zutexten.
Mama: Dann kann ja Opa morgen früh die Brote schmieren.
Stefan: Das macht der dann aber zum ersten Mal.
Luca: Hat er euch früher nie was für die Schule gemacht?
Mama: Naja wenn dann die Oma, oder?
Stefan: Ich glaube ich habs mir einfach selbst gemacht.
Fritzi: Stefan hat ES sich einfach SELBST GEMACHT…
Luca: …immer beim Abendbrot…
Stefan: …oder auch früh zum Frühstück…
Luca: Aber ist man dann früh nicht ganz schön aufgekratzt…?
Mama: Du kannst ja vorher die Fingernägel schneiden….
Luca: Scheiße! Nein!!!!!
Stefan: Was? Ich bin raus!
Ich liebe meine große, chaotische Familie ❤