Römer, Versammlungen und Gottes Partykeller – ich war in Trier!

Es war mal wieder ein wunderschöner Sonntag!

Lara hat mich zuhause gegen 10 Uhr abgeholt und wir sind in Deutschlands älteste Stadt gefahren: Trier.

Wir haben uns einen Parkplatz in einer kleinen Gasse gesucht und sind zum Platz vom Porta Nigra gelaufen. Dort haben wir uns an der Information erstmal einen Stadtplan und Postkarten besorgt. Danach ging es mit dem Römer Express 35 Minuten lang durch Trier, mit all den geschichtlichen Hintergründen auf Deutsch, Englisch und Niederländisch…

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Das Porta Nigra ist ein wunderschönes altes römisches Tor. Wir waren auch drin (ich bin als Student durchgegangen) und Lara hat in den jeweiligen Räumen vorgelesen, was man dazu wissen muss. Ich habe sehr viele schöne Fotos gemacht. Die Wände waren wunderschön verziert und man hatte eine tolle Aussicht auf den Dom, die Mosel und die Altstadt.

Da Lara noch kein Frühstück hatte, sind wir dann in die Stadt zum Hauptmarkt spaziert und haben uns in einem Café jeweils einen Kakao und Apfelstrudel bzw. eine Waffel gegönnt.
14 Uhr begann dann auf dem Platz eine Versammlung mit dem Namen „Pulse of Europe“. Da haben wir wirklich spannende Beiträge und Reden gehört. Es ging hauptsächlich um die Einigkeit und Gemeinsamkeit in Europa. Es haben viele Erasmus-Absolventen von ihren Erlebnissen berichtet. Zwischendurch gab es eine Tanzeinlage und am Ende eine riesieg Menschenkette.
Es wurde ein Zitat von Humboldt verlesen, was ich sehr schön fand:

„Die gefährlichste Weltanschauung, ist die Weltanschauung der Menschen, die sich die Welt nie angeschaut haben.“

15 Uhr war die Versammlung also wieder vorbei und wir sind zum Dom gelaufen. Sehr groß und beeindruckend. Allerdings deutlich kleiner als die Notre Dame, die ich in Metz bewundert habe. Wir haben uns das Grab vom Grafen Luxemburgs angesehen, und Jesus Rock, der dort sicher aufbewahrt wird. Dann konnte man noch in den Klostergarten gehen. Dort waren einige Grabsteine, aber es war keinesfalls triste und traurig, sondern grün und hell und sonnig. Es gibt da auch drei Engelsfiguren die im Kreis tanzen. Eigentlich sogar eine ziemlich schlichte Darstellung der Engel – weshalb ich vermute, dass es Engel sind, aber auch, dass die evtl. auch noch gar nicht so lange da stehen wie der Dom, der ja so ca. im 6. Jahrhundert gebaut wurde….(Ich hoffe ich erzähle gerade keine Märchen).

Und die Liebfrauenkirche, die direkt daneben steht….es ist schon ein deutlicher Unterschied zu erkennen. Die Liebfrauenkirche ist im Barock erbaut wurden und wunderschön! Von außen dunkle Fenster, diese schönen gebogenen Fensterrahmen und -verziehrungen….
Der WOW-Effekt kam dann erst, wenn man die Kirche betritt…Überall schimmerten und funkelten die Farben dunkelbunt. Blau, Grün, Lila, Rosa, Rot, Gelb. Von innen, sind die Fenster bunt bemalt, wie das in jeder Kirche üblich ist. Nur von außen sieht man das nicht.
Mein erster Gedanke war: So sieht Gottes Partykeller aus. Ohne dabei respektlos klingen zu wollen. Man hörte Mönchgesang und ansonsten war es ganz ruhig. Ich war schon ein bisschen verzaubert…

Nachdem wir uns aus dem Bann der Kirche ziehen konnten, wollten wir uns in den Palastgarten setzen und was schnabulieren. Vorher mussten wir aber nochmal zur Information zurück um die Karten für unsere Abendveranstaltung zu kaufen.

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Als wir dann im Palastgarten saßen, war es ein bisschen, wie wenn man im Großen Garten sitzt. Überall auf der Wiese saßen kleine Gruppen und genossen das tolle Wetter. Irgendwo spielte jemand Gitarre, woanders grillte jemand sein Steak…Es war einfach idylisch. Wir haben uns von Schokoeiern, Gummbärchen, Keksen und Erdbeeren ernährt und uns unterhalten…Männergeschichten ausgetauscht 😀

Gegen 17.30 Uhr haben wir dann die Tuchfabrik gesucht und sind zweimal dran vorbei gelaufen. Dort haben wir uns eine Stunde lang eine Aufführung der Ballettschule angesehen. Da hab ich extremes Heimweh bekommen. Ich musste an die Zeit denken, als ich in meiner Lehrer- und Hausmädchenrolle mit der Schule auf der Bühne stand. Dieses Gefühl, man muss gleich raus und darf jemand anderes sein, das war schon aufregend. Und wenn ich daran zurück denke, spüre ich gleich wieder diese Schmetterlinge und den Gute-Laune-Kick! Das war so so schön.

Auf dem Rückweg zum Auto haben wir das Porta Nigra nochmal von der anderen Seite bewundert und Fotos gemacht. Und auf dem Rückweg mit dem Auto waren wir noch tanken…Lara war nämlich noch nie tanken. Ich bin da ja mittlerweile ein alter Hase 😀
Aber es war so eine Situation…ich musste die ganze Zeit über schmunzeln, weil wir so total das Frauenklischée getroffen haben, was Frauen und Autos betrifft 😀

Lara wusste nicht, was wir dem Auto geben dürfen, außer dass es Bleifrei sein muss. Typhaine ging nicht an das Telefon, also habe ich gesagt, dass das meistens auch auf dem Tankdeckel dran steht. Tat es auch. Nur ob es Bleifrei ist, wussten wir nicht. Lara hat also Google gefragt, und danach hab ich ihr erklärt, wie das mit dem Ding an der Zapfsäule funktioniert… Wir haben erfolgreich getankt!

Dann sind wir ganz entspannt der Sonne hinterher gefahren, haben dabei einen unglaublichen Sonnenuntergang gesehen und Lara hat mich zuhause abgesetzt.

Es war also ein wunderschöner Tag! Wie ich gesagt habe 🙂

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