Der schönste Tag der Woche liegt nun auch schon hinter mir…
Sonntag, mein freier Tag, und ich bin einfach mal nach Straßburg gefahren. Aber zu meinem Glück war ich nicht alleine, sondern in Begleitung von einem jungen Mann namens René. Und nein, es war nicht mein Papa – auch wenn jetzt diese Beschreibung NATÜRLICH auch auf ihn passen würde (abgesehen vom Namen).
Jedenfalls haben wir uns quasi zum Frühstück in Straßburg am Bahnhof getroffen und sind dann in die Stadt geschlendert auf der Suche nach einem Café die auch Crêpes anbieten. Fündig geworden sind wir am Platz der Straßburger Frauenkirche. Satt waren wir danach allerdings noch nicht und zu René´s Begeisterung hatte ich Kekse dabei. Triple Chocolate…
Ich wollte eigentlich in die Kirche…so im Nachhinein fällt mir erst auf, dass ich das gar nicht war… naja aber von außen waren sie auch schon sehr beeindruckend.
Straßburg ist eine sehr große Stadt und deshalb hab ich manchmal nicht ganz verstanden wo wir sind und wieso wir gerade hier sind, weil ich dachte das wäre woanders in Straßburg. Und trotzdem war ich mal wieder die Jenige mit dem Orientierungssinn. René war also von mir abhängig, wenn er zurück zum Bahnhof wollte ;P
Wir saßen gegen 13 Uhr auf einer Kirchentreppe, da die Tür verschlossen war. Dabei bin ich fast eingepennt – obwohl ICH die ganze Zeit geredet habe 😀 Aber immerhin hat René mir zugehört, weil ich mir offensichtlich manchmal selber nicht zugehört habe und immer vergaß was ich selber zwei Minuten zuvor erzählt hatte…
Dann haben wir uns entschlossen einen Park zu suchen – wir haben den Botanischen Garten gefunden, in dem man nicht mal rein konnte…also haben wir uns an das Ufer der L´ill gelegt und gedöst. Sogar ohne Schuhe, so warm war es! Sonnenschein, richtig tolles Sommerwetter. Ich wäre sogar gerne in den Fluss gesprungen, aber René fand das schade um die Kekse….
Auch da er dann so laaaangsam Hunger bekommen hatte und wir bestimmt auch schon zwei Stunden an dem Ufer herumlungerten, haben wir uns dann im Internet das Restaurant „Le Cornichon Masqué“ rausgesucht. Was so viel heißt wie „Das maskierte Gürkchen“…Letztendlich haben wir es gar nicht gefunden, dafür aber ein anderes vom am Morgen, was aber zu dieser frühen Uhrzeit noch geschlossen hatte. Da gab es dann ganz traditionell Elsässisch: Spätzle mit Waldpilzrahm – jedenfalls für mich. Für ihn irgendeine andere Soße 😀
Danach ging es durch einen Park wo die Franzosen Tischtennis und Boule gespielt haben, gekifft und geraucht haben, Kinder spielten, Musik hörten und am Fluss chillten. Wir haben uns auch erst am Fluss hingesetzt, da dann aber nur noch 2h übrig waren, sind wir weiter gelaufen und haben uns noch diese große Brücke angeschaut. Das alles mit den Cafés und dem Park nennt sich „La Petit France“. Total verspielt, niedlich, kleine Häuschen…Mama und Stefan würde das dort sehr gut gefallen denke ich.
Dann hat jemand ein Foto von uns gemacht. Absolut eins und es war nicht mal ein Foto sondern ein Null Sekunden Film….beim nächsten Mal wird ein ordentliches Foto gemacht!
In der letzten Stunde sind wir vom Bahnhof weggelaufen in die andere Richtung immer am Fluss entlang, haben geschwatzt….es war einfach schön.
Gegen 19 Uhr sind wir zurück zum Bahnhof gehastet, ich hab ihn noch zum Zug gebracht und ihm seinen letzten ihm zustehenden Keks mit auf den Weg gegeben. Der Tag war auch für René ein Tag totaler Disziplin, die er ohne mich gar nicht geschafft hätte. Sonst wären die Kekse schon innerhalb Sekunden vernichtet gewesen…
Ich hab dann noch mein Blablacar-Auto nach Hause gesucht und wir waren sogar schon 21.40 in Luxemburg. Ich hab die ganze Fahrt schon vorgeschlafen. Am Hauptbahnhof bin ich dann in den Bus gestiegen und nach Hause gefahren…dachte ich, aber Pustekuchen. Normalerweise muss ich am ´Lycee de Bonnevoie´ umsteigen in den Bus der mich bis vor meine Haustür fährt…Aber der fuhr ab 22 Uhr nicht mehr. Also musste ich noch eine halbe Stunde nach Hause laufen. Hatte die ersten 10 Minuten noch Begleitung, die in die gleiche Richtung gelaufen sind und mit denen ich mich ein bisschen unterhalten habe. Zuhause bin ich sofort ins Bett.
Heute tun mir die Füße weh, wenn ich meine Schuhe anziehe…und laut meinem Schrittzähler bin ich für den Montag schon komplett mitgelaufen….Liegen bleiben durfte ich trotzdem nicht
Es war also ein bombastischer Sonntag bei dem warmen Sommerwetter und der fantastischen Begleitung. Ich habe lange schon nicht mehr so viel Spaß gehabt und so viel gelacht. Es war einfach schön. Und wir denken, dann wir wieder mal was unternehmen werden. Und für alle neugierigen Eltern, Freunde und Omas: Wir haben uns lediglich als Freunde getroffen. Das war kein Date oder Ähnliches! Und ich betone das aus dem Grund, weil ich mir sicher bin, dass ich gefragt werden würde… 😛
(ich weiß dass das unscharf ist, aber von den null Sekunden war nicht viel mehr übrig….)